Ja ja ich weiß, Paris liegt jetzt nicht gerade mitten in Großbritannien, aber in diesem Jahr war es dann auch mal soweit das "Rennen der Rennen" auf europäischem Boden zu besuchen. Und das ist der "Prix de´l Arc de Triomphe" wohl dann doch. Traditionsreichere Rennen gibt es einige, aber es ist das mit 5 Millionen Euro höchstdotierte Pferderennen auf unserem Kontinent. Zum Ende der Saison hin kommen im "Arc" fast immer die Besten der Besten zusammen. Manch einer ist schon "übern Berg" oder auch verletzt, aber in der Regel trifft sich zu diesem Termin die "Creme de la Creme" der Vollblüter. Bei diesem Stichwort fällt mir auch sofort unsere Busbesatzung ein, die Immermitfahrer und ein Wiedermitfahrer sind diesmal dabei. Mit französisch werden wohl fast alle keine Probleme haben, einer spricht sogar die Sprache ;-).  Früh morgens am 03.10. gehts dann los. Hotel ist gebucht, Karten für die Rennbahn geordert, ADAC Reiseunterlagen besorgt und ab geht die Reise in die Stadt der (Pferdesport) Liebe. 

RENNBAHN PARIS-LONGCHAMP

LONGCHAMP-TICKET FÜR SONNTAG 05.10.
LONGCHAMP-TICKET FÜR SONNTAG 05.10.
Unser Hotel, das Ibis La Vilette Paris
Unser Hotel, das Ibis La Vilette Paris

FRANKREICH 2014 oder auch  "TOUR DE TOURETT"

03.10. – 05.10 2014

1. Tag

Wie verabredet standen früh morgens Pino und Kosa um 4.00 Uhr mit dem zu dieser Reise geliehenen Bus, Frankreich-Fahrt und die feinen Herren fahren natürlich Peugeot, vor der Haustür. Nachdem Jürgen, Catering Micha, auch wie schon bei den letzten Fahrten ein extra Lob für Sandwiches und Schnitzel usw., die Mitglieder der Hellier-Bande James und Allan und zuletzt Didi abgeholt waren ging´s auf die Bahn. Ohne besondere Vorkommnisse, bis auf einmal rein in Holland dann aber wieder raus um dann doch wieder rein zu fahren mit dem dazugehörigen Meckern übers Navi, verging die Hinfahrt problemlos. Gegen 11.00 Uhr war dann der Pariser Innenstadtverkehr zunächst eine Herausforderung, aber auch hier klappte es ohne größere Probleme und wir standen vor unserem Hotel Ibis Paris La Vilette Cite. Nachdem die Kutsche eingeparkt war, gewisse Hundehaufen mussten umkurvt werden,ging´s dann zum Frühstück an Micha´s Catering. Bei herrlichem Sonnenschein wurden vor unserem Hotel Nudelsalat, Schnitzel, Frikadellen und das ein oder andere Sandwich verputzt. Nicht zu vergessen ein noch immer kühles St. Auder, den Kühl-Akkus sei Dank. Nach gewissen Schwierigkeiten mit meiner Prepaid Karte, Kosa sprang im Endeffekt mit seiner Horster-Werbegemeinschaft Gold-Card ein, wurden die kleinen, aber für unseren Zweck ausreichenden Zimmer bezogen. Bei der Zusammenlegung gab es wie in den Vorjahren keine großen Diskussionen, die „Paare“ haben sich eigentlich schon seit langem gefunden. Nachdem unser Bus dann auch den endgültigen Schlafplatz für die nächsten zwei Nächte gefunden hatte, ging´s dann zum ersten Mal in den Schacht. Hier gab es dann Gesprächsbedarf, zuletzt wurden dann aber doch die 2 Tage Touri-Tickets der Pariser Metro für schlappe 34 € angeschafft. Die „Odyssee“ Pariser Metro konnte also beginnen. Und sie begleitete uns dazu noch die nächsten zwei Tage, war schon manchmal nervend, Endbahnhof suchen, richtige Richtung, wo Umsteigen, sind wir da auch dann in der Nähe des zu besuchenden Objekts? Und das alles mit einen U-Bahn Plan der für meine Knappschaftsaugen viel zu klein geschrieben war. Aber der Ein oder Andere brachte sich dann auch noch mit ein und so wurden diese Abenteuer im Endeffekt auch überstanden. Jetzt wurden am Nachmittag in bester Touri-Manier zunächst natürlich der Eifelturm, Avenue des Champs-Elysees mit Arc de Triomphe in der Ferne und der Fan-Shop von PSG besucht. Papa Hellier hatte in St. Cloud an diesem Tag ein Pferd laufen, also rein in eine Bar, dem Gaston von dem guten Ding des Tages in St.Cloud erzählt und er  erklärte uns dann wo man ´ne PMU-Bude findet. Der Einzige der was in dem Rennen getroffen hat war Jürgen, und das lief wieder so typisch ab,: „Roland, holst du mir mal den Zwilling 2 auf die 4?“ Jürgen, die 4 läuft nicht“. Ach dann mach 2 auf die 11“. Ohne auch nur zu wissen, wer die 11 ist, was für ´ne Form das Pferd hat oder ähnliches. Und wat kam? 2 auf 11, noch Fragen?  Am Abend ging es dann zum Mekka des Trabrennsports, die Bahn von Paris-Vincennes. Wo müssen wir hin, natürlich Chateau de Vincennes, da muss doch auch die Rennbahn sein. Didi meinte ja noch dazu, dass die Metro-Station direkt gegenüber der Bahn liegt. Ein klarer Fall von Denkste. Nachdem uns ein freundlicher Kiosk-Betreiber darauf aufmerksam machte, dass wir doch ein gutes Stück von der Bahn entfernt sind und wir einen Bus nehmen müssten, ging ich also zum Bus-Bahnhof rüber. Dem ersten Busfahrer ein „Hippodrom de Vincennes“ an den Kopf geworfen und schon kam die Antwort Hundertzwölf, also „Sentduhs“, wie der Franzose zu sagen pflegt. Also in den 112er, 10 Minuten Busfahrt, der freundliche Fahrer machte uns dann darauf aufmerksam wo wir raus mussten, dann einem Park entlang 10 Minuten laufen und zack wir waren schon an der Bahn. Also quasi waren wir doch direkt gegenüber der Bahn mit der Metro angekommen. Alles kein Problem. 3 Euro Eintritt, das war ja dann wohl der Schnapper der gesamten Reise und die riesige Tribüne Paris-Vincennes war geentert. Bei den Rennen lief es so lala, was aber lief war das Bier. 6 Euro der halbe Liter, kann man mal machen. Nach den Rennen kam es dann noch zu einem ersten Highlight der Fahrt. Auch nach der Veranstaltung war noch keine U-Bahn Station gegenüber der Rennbahn gebaut worden und wir mussten den ganzen Weg wieder zurück. Jürgen und ich, sozusagen die Alterspräsidenten der Fahrt, hingen ein wenig zurück. Am Horizont tauchte ein mit grünem Licht ausgestattetes Taxi auf, Jürgen riss den Arm hoch und sagte,:“ Roland, wir nehmen ein Taxi, ich zahl.“ „Chateau de Vincennes, sil vu plais“. Ohne den anderen Bescheid geben zu können, die Fenster der Droschke ließen sich nicht öffnen, kamen wir nach ca. 6 Minuten an der Metro-Station an. Nach einigen SMS, Anrufen und Missverständnissen, aber auch zwei weiteren Bierchen, hatten wir beide noch Glück einen offenen Eingang in den Schacht zu finden. Aber auch das wurde noch geschafft. Im Hotel angekommen dann ein Novum unserer gemeinsamen Fahrten. Als ich das Zimmer betrat war Micha schon in der Falle, das war in den ganzen Jahren noch nicht  vorgekommen, dass er früher im Bett war als ich.

Gute Nacht Micha.

        


2. Tag

Der zweite Tag begann, wie sollte es auch anders sein, zunächst mit einem Frühstück. Nichts Besonderes, aber für meinen Geschmack ausreichend. Wieder Metro, wieder das Übliche, welche Richtung, wo Umsteigen und wo Aussteigen? Ziel war an diesem Morgen ganz tourimäßig ´ne Kirche. Notre-Dame auf der Ile de la Cite, boah ich hab´ es mit dem Französisch, wenn ich es auch nur sprechen könnte. Fotos gemacht und noch den Auszug der fremden Vereine angesehen, war wohl gerade ein Dienst an unsern Herrn zu Ende. Wurde auf jeden Fall das Kreuz vorne weg getragen und alle Mann mitte Kutte hinterher. Auch erledigt, wo ging es nun weiter? Nachdem man auf die Uhr geschaut hatte, war der Tenor, man könnte ja so langsam Richtung Longchamp sich bewegen. Jau gesagt, getan. Wieder in den Schacht, aber wo steigen wir aus? Pont de St.Cloud, war uns sympathisch. Wieder Fehler und nachdem man in einer Lotto-Bude gefragt hatte, entschlossen wir uns das „kleine“ Stück, der gute Mann sprach von einem Kilometer, zu laufen. Man hatte ja noch genug Zeit. So ein Trampelpfad entlang einer Hauptstraße hat doch was, von wegen Paris bei Nacht, Paris immer am Bordstein entlang. Nach ca. 35 Minuten war aber dann die Bahn zu sehen, Paris-Longchamp. Musste ich erst 59 Jahre alt werden um diese Rennbahn mal zu betreten? Mir fiel sofort ein Rennen ein was hier stattgefunden hat, Nijinski gegen Sassafras, Lester Piggot gegen Maurice Philipperon, der von der englischen Presse für unschlagbar gehaltene Nijinski, Sassafras hat ihn besiegt, aber lassen wir den geschichtlichen Ausflug….Die Eintrittskarten hatte ich schon im Hotel verteilt und sehr zügig ging es beim Betreten der Bahn. Zwar wie heutzutage überall üblich mit Abtasterei und Tasche öffnen, aber alles kein Problem, die Waffen hatten wir ja im Hotel gelassen. Der Besuch war an diesem Samstag überschaubar, das Programm ansprechend und überhaupt alles sehr relaxt auf der Bahn. Keine Hektik an den Schaltern, ich hatte mir schon bald eine Lieblingskasse ausgesucht und in dem mir fast schon angeborenem perfektem französisch, number seven -  ten euro - each way, konnte ich sogar die Wetten ansagen. Alles easy, wie der Franzose sagt. Unsere Wettkasse wuchs von den vom Vortag noch übrig gebliebenen 35 -  auf immerhin 125 € an, so dass man zunächst für Sonntag nicht nachladen musste. Da fällt mir gerade auf, hoffentlich liest hier nicht der amerikanische Geheimdienst NSA mit, Waffen / nachladen, wir kommen im Nachhinein vielleicht noch unter Verdacht. ALLES HARMLOS, WIR WOLLTEN NUR SPIELEN. Zurück zur Metro war es dann bequemer, Shuttle-Busse zum Pont de Auteuil. Von da aus war es dann für uns Metro-Profis kein Problem zurück zum Hotel zu finden. Da die Pariser U-Bahn Waggons nicht über Toiletten verfügen, mussten Pino und Kosa für kurze Zeit mal den Schacht verlassen, um quasi auf den Schacht zu gehen. Bestellt schon mal mit, wir kommen nach. Unser Ziel war die Bar direkt an unserem Hotel. Der Kellner war mit allen Wassern gewaschen, vielmehr, er konnte fast sämtliche Sprachen. A DEUTSCH, alles klar, was wollt ihr trinken? Essen auch? A oui, alles kein Problem. Nachdem bestellt war, er uns auch noch was von der Karte überhaupt nicht empfahl, war alles im grünen Bereich.  Kosa und Pino stießen dann auch wieder zur Mannschaft und es ging mit einer weiteren Sprache los. Einer von den Schergen konnte auch noch portugiesisch, also hier kam dann Pino, der alte Latein-Amerikaner auch noch zum Zuge. Bierchen, Wodka und ein paar Schnäpse „auf die Hause“ machten die Runde und alle hatten so ziemlich die Lampen an, war ja auch schon dunkel in Paris. Also irgendwann rüber zum Hotel, Micha hatte zwischenzeitlich noch paar Kippen für 10 € geschnappt, der Eine oder Andere musste noch einen Absacker nehmen, aber im Grunde waren alle um ein Uhr im Bett und der Tag war zu Ende.

Gute Nacht Micha

              


3. Tag

Morgens um halb acht war ich wach, geduscht, Koffer gepackt und dann runter zum Frühstück. So nach und nach trudelten alle Anderen auch ein, Micha war dann wohl der Letzte der zum Frühstück kam. Als das dann alles auch erledigt war, hieß es dann den Bus zum Hotel zu holen. Am Automat ging nichts mit der Bezahlerei, also jemanden suchen der uns befreien konnte. Als wir endlich den Schaltermann gefunden hatten, wussten wir warum nichts am Automat ging. Wir hatten ja einen Bus. Nur kurz erklärt das wir einen MINI-BÜS haben, also keine großen Reisebus, waren wir dann „nur“ noch mit 80 € dabei. Aber geteilt durch acht Mann, alles bezahlbar. Pont de Auteuil ins Navi eingegeben und los ging´s zur Rennbahn. 20 Minuten Fahrt über den Autobahn-Ring und schon stand man vor der großen Hindernis-Bahn von Paris, was ja nicht unser Ziel war, sondern nur hier war noch ein freies Plätzchen für unseren Mini-Büs. Die Anderen nahmen sofort den freien Shuttle Bus zur Bahn, währen Kosa, Micha und Ich noch ein paar Ceretten im Tabacco-Laden holen mussten. Immerhin drei Euro günstiger als in der Bar am Vortag. Dann auch mit dem Shuttle Richtung Longchamp, um genau zu sein, zum „QATAR PRIX DE´L ARC DE TRIOMPHE“. Man, ich bin mal bei diesem Rennen Live dabei. Naja, vielleicht geht´s den Anderen nicht so, aber es war für mich schon was BESONDERES. Alles etwas voller als am Tag zuvor, viele Engländer, aber auch einige Asiaten und andere Exoten dabei. Und im nach hinein war dann auch noch zu lesen, 61.000 Besucher an diesem Tag auf der Bahn, Besucher-Rekord gebrochen. Und obwohl man am Samstag noch dachte, morgen wird es enger an den Wettkassen, war es auch am Sonntag alles kein Problem. Ohne groß zu warten ging es auch am „Arc-Tag“ an den Kassen zu. Daumen hoch für diese Organisation. Wir hatten in der Nähe eines Bierstandes unser gemeinsames Domizil und über den Tag verteilt dazu unseren Treffpunkt gefunden. Bier war bei allen nicht mehr so angesagt, aber dazu auch das Treffen der Einläufe war an diesem Tag nicht mehr Unser. Nichts lief in dieser Hinsicht, die Gemeinschaftskasse musste zum Ende hin sogar auch noch mal gefüttert werden. Nun zum eigentlichen Top-Ereignis des Tages, dem Qatar Prix de´l Arc de Triomphe. Hatte ich noch im Vorfeld die Vorjahrssiegerin Treve auf´n Zug, muss ich hier zugeben, ich hab´ mich runter singen lassen. Der Schlenderhahner „Ivanhowe“ war an diesen Tag wohl bei allen von uns auf´n Schein, is´ aber anscheinend eingangs der Graden vor ´ne Wand gelaufen und hat schön die Löcher der vorderen Pferde wieder zugetreten. Naja, auch so hatte ich meinen Spaß. Ich fand Thierry Jarnet hat sich super gefreut über seinen wiederholten Sieg im Arc mit der Stute Treve und das allein war schon schön zu sehen. Zu den bestimmt schon nicht wenigen Kleingeld ihrer Besitzer, kam noch die Kleinigkeit von 2,8 Millionen dazu. Da kann man schon zweimal am Tag von warm Essen, glaube ich. Um ca. 19.30 Uhr war alles dann zu Ende und es ging mit dem Shuttle wieder zurück zum Mini-Büs. Navi eingestellt auf zu Hause, also Büderich, Ankunft 01.00 Uhr, und schon ging es los. Rückfahrt war dann für mich alles andere als entspannt, zum Einen hab´ ich wohl Probleme mit meinem linken Auge, Frau Dr. Dünnebacke stellte in der Woche danach einen grauen Star fest, das Navi konnte nicht auf Nachtbetrieb umgestellt werden, der Gegenverkehr hatte das Xenon-Licht auf volle Pulle gestellt und von hinten kamen zum Teil nervende Kommentare. Bei der ersten Rast, quatschte mich auch noch son Spacken an, er sei überfallen worden, wäre Ire und müsste die Fähre in Calais erreichen. Er bräuchte 100 Euro und er würde mir seine Adresse in Irland geben und mir die Kohle dann wieder überweisen. Man, mach dich wech du Lappen, oder ruf die Flicks an wenn du überfallen wurdest. Der hatte mir gerade noch gefehlt. Durchfahrt nach der Rast war angesagt, alle wieder vor der Haustür abgesetzt, zuletzt dann bei mir zu Hause und Pino kutschierte unseren Mini-Büs dann bis zu seiner Haustür. Bis auf die letzten zwei Stunden, eine schöne Fahrt war zu Ende. Zu viel zu essen und zu trinken wurde eingekauft, aber was wir nicht bedacht hatten war eine entscheidende Sache. Bei den Großbritannien-Fahrten ist immer die Möglichkeit auf dem Schiff das Buffet von Micha´s-Catering Service zu plündern, was bei dieser „Tour de Tourett“ einfach wegfiel.

P.S. „Tour de Tourett“, der Trailer zum Stromberg-Film war immer wieder Thema auf der Fahrt. „Na, was für eine Behinderung haben wir denn?“ Tourett du Fo…!!!

Gruß an die Mitfahrer

Roland                    



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